Nach der Krise von 2001 dachte ich, dass die HR-Branche dazugelernt hat und nie wieder so drastisch an Weiterbildung sparen würde. So ganz hat sich diese Einschätzung nicht bewahrheitet, manche Firmen haben doch sehr deutlich an der Personalentwicklung gespart. Was sich seit 2001 jedoch geändert hat: Den Arbeitnehmern ist sehr viel bewusster, dass sie für ihre Employability verantwortlich sind und das sie eben selbst in Qualifizierungen investieren müssen, wenn der Arbeitgeber das nicht tut. Wir sehen das auch daran, dass häufiger Privatadressen als Rechnungsadressen angegeben werden. Verschiedentlich haben wir von unseren Seminarteilnehmern auch gehört, dass sie mit ihrem Arbeitgeber gar nicht über die Qualifizierungsmaßnahmen sprechen. Sie buchen einfach selbst, was sie für nötig halten.
In die Hände gespielt hat uns natürlich die öffentliche Diskussion über die Qualifikation der Bankangestellten. Wenn etwa der Gesetzgeber Mindeststandards für Anlageberater anregt, dann gehen die Buchungszahlen bei uns in die Höhe. In den vergangenen zwei Jahren hat sich für uns gezeigt: Als Anbieter müssen wir unheimlich flexibel sein, uns schnell auf veränderte Situationen einstellen. 2008 beispielsweise, als die Krise begann, war die Nachfrage nach aufbauenden Masterstudiengängen sehr hoch, weil die Berufseinsteiger keinen adäquaten Job fanden und sich deshalb weiterqualifizierten. Jetzt sind vor allem kurze, maßgeschneiderte Angebote gefragt.
Ingolf Jungmann, Vizepräsident und Geschäftsführer der Frankfurt School of Finance & Management, Frankfurt/Main.

Nicole Bußmann ist Chefredakteurin der managerSeminare Verlags GmbH, Bonn. Die studierte Publizistin arbeitet seit 15 Jahren in und mit dem Weiterbildungsmarkt, in ihrer journalistischen Funktion beobachtet sie die Branche, die Formate, die Akteure. 
[...] mit ihm zusammen ein “Spar-Programm”, das in Badura den Pioniergeist weckte. Auf ihre Employability bedachte Arbeitnehmer hat Ingolf Jungmann während der Krise beobachtet. Wenn das Unternehmen [...]