Konzepte haben sich verändert, der Stil jedoch nicht

Was sich verändert hat:
1. Innovationsmanager
Der Wunsch nach Innovationsmanagern in Unternehmen wurde in den vergangenen zehn Jahren erfüllt. Sie sind inzwischen so etabliert, dass es Zeit ist, einen Schritt weiter zu gehen und sie von Managern der Innovation zu „Enablern“ der Phantasie zu machen, die das Vorstellungsvermögen für das Ungewöhnliche fördern.

2. TRIZ
TRIZ, ein bis zur Wende im Westen nahezu unbekanntes System von Problemlösungsmethoden bereichert seither das Denk- und Methodenrepertoire auf unprätentiöse Weise – u.a. mit dem „Verfahren der kleinen Figuren“ (VKF). Wer hätte sich zuvor getraut, mit solch einem Titel eine ernstzunehmende Methode zu bezeichnen?

3. „Bekehren“
Originellere Ideen oder kürzere Meetings sind möglich durch entsprechende Weiterbildung. Wem es aber einfach zuwiderläuft, am Ungewöhnlichen Gefallen zu finden oder nur zielorientiert zu diskutieren, den versuche ich inzwischen nicht mehr zu bekehren – er wäre ineffizienter, wenn er die effizienten Instrumente anwendete.

Was gleich geblieben ist:
1. Stil
In 20 Jahren haben sich meine Konzepte und Methoden geändert, der Stil jedoch nicht: ich visualisiere immer noch auf Flipchart und Pinwand simultan, provoziere mit AHAs und „predige“ spielerische Artistik plus professionelles Handwerk.

2. Standardseminar
Seit 17 Jahren bucht ein Maschinenbauunternehmen bei mir das Seminar “Kreatives Denken“ mit wenigen grundsätzlichen Änderungen. 2010 habe ich den Standard allerdings durchbrochen mit einer „Innovationsakupunktur“: Das 2-Tages-Seminar auf 45 Minuten kondensiert mit anschließenden wöchentlichen „Nadelstichen“ per Mail. Die Wirkung hält noch an.

3. Brainstorming
Der Klassiker der Ideengenerierungs-Methoden wird immer noch als Bezeichnung für Meetings missbraucht. Regelgerecht angewandt wird die eigentlich sehr potente Methode außerhalb eines Seminars so gut wie nirgends. Leider.

Was sich ändern sollte:
die Bereitschaft, Experimente zuzulassen …

Der Autor: Arno Dirlewanger ist 1947 geboren und hat Informatik und experimentelles Design studiert. Er war wissenschaftlicher Mitarbeiter bei Battelle und Dornier, danach interner Trainer und Berater bei Hewlett Packard und Coverdale. Seit 1984 ist er selbstständig mit dem Unternehmen Dirlewanger Idee.

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2 Kommentare

  1. [...] – Ein Beispiel für einen per Mail eingereichten Beitrag finden Sie hier. Diese Zuschrift erreichte uns für die Print-Sonderpublikation zu 20 Jahren managerSeminare. [...]

  2. [...] Dirlewanger findet, dass einiges gleich geblieben ist: etwa sein Stil, er visualisiert immer noch mit Flipchart. Und sein Standardseminar: Seit 17 [...]

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